Review – Lucy van Kuhl – Dazwischen

 

Die deutsche Liedermacherin und Musikkarbarettistin Lucy van Kuhl veröffentlicht am 26. April ihr Debutalbum „Dazwischen“ über Konstantin Weckers Label „Sturm & Klang“. Und dies sagt ja schon einiges aus. Sie studierte Klavier und Literaturwissenschaften und besingt nun in typischer Liedermachermanier den Alltag, die Liebe und die Fantasie.

 

Der erste Titel „Zu viel Auswahl“ des Albums setzt sich kritisch mit unserem heutigen Leben auseinander und spricht den absoluten Wahnsinn des möglichen Konsums an. Die Auswahl ist riesig um nicht zu sagen endlos und überfordert den ein oder anderen in den unterschiedlichsten Situationen. Der Knall ist zu erwarten. In „Fernsehturm“ besingt sie den stets standhaften Fernsehturm bei allem Wechsel des menschlichen Lebens. Etwas härter folgt „Küsse ohne Kaviar“. Hier geht es eindeutig um den Wandel und die Veränderungen im Laufe des Lebens. Das Sprichwort „Geld macht nicht glücklich“ trifft es ganz gut. Das Klavier setzt hier in den textfreien Passagen zusätzlich Akzente. Auf der Melodie von „Eine Seefahrt, die ist lustig“ geht es mit „Dafür hab´ ich auch bezahlt“ weiter. Thematisch und auch musikalisch ist es sehr aktiv und schon fast aggressiv umgesetzt und endet inhaltlich mit dem Tod nach einer gescheiterten Ehe, wenn man das mal so freundlich formulieren darf. Gesellschaftskritisch bezüglich des Wandels folgen „Lesezeichen“ und „Lieber Handy-Gott!“. Diese Titel sind aus der Sicht genau dergleichen geschrieben. „Der schönste Tag im Jahr“ ist dann ein sehr harmonischer und weicher Titel. Den eigenen Weg besingt sie in „Viele Wege führen nach Rom“. „Grautag“ ist dann etwas herausgerissen, da der Titel sehr traurig wirkt. „Samson“, aus der Sicht eines Koffers geschrieben, spricht mich persönlich nicht an. Harmonischer und inhaltlich auf die Wichtigkeit einer Bezugsperson im Leben bezogen, folgt „Mit dir komm ich bei mir an“. In „Ich nehme mir die Zeit“ ist die Oberflächlichkeit Thema. Ein Mischung aus Traurigkeit und Mutmachen kennzeichnet „Tanz“. „Die Erinnerung“ thematisiert sehr klar und richtig, dass genau diese uns zu dem macht, was wir sind. Denn die Erfahrungen, die wir in unserem Leben sammeln, bleiben als Erinnerungen bei uns. Der letzte Titel „Letzter Sommertag“ des Albums ist nochmal ein sehr melodischer und harmonischer Song.

 

Als Anspieltipps empfehlen wir „Zu viel Auswahl“ und „Die Erinnerung“.

 

Promoportal-Germany vergibt 7 von 10 Punkten.

 

Tracklist:

1. Zu viel Auswahl

2. Fernsehturm

3. Küsse ohne Kaviar

4. Dafür hab` ich auch bezahlt!

5. Das Lesezeichen

6. Lieber Handy-Gott!

7. Der schönste Tag im Jahr

8. Viele Wege führen mach Rom

9. Grautag

10. Samson

11. Mit dir komm ich bei dir an

12. Ich nehme mir die Zeit

13. Tanz

14. Die Erinnerung

15. Letzter Sommertag