Review:  Braunkohlebagger – Abbruch

 

(M.D.) Braunkohlebagger…schon der Name der Band ist innovativ und die Band gibt auf ihrer Scheibe den Hörern auch ordentlich was auf die Lauscher. Punk, Hardcore…eine Mischung aus Beidem, oder doch mehr Stoner-Rock?…in jedem Fall geht die Mucke ordentlich voran. Deutsche Texte und man wird auf Abbruch mit fünf gut produzierten Stücken konfrontiert, die ins Ohr gehen. Da haben die Jungs in jedem Fall etwas zustande bekommen, dass man sich die Band merken sollte.

 

Seit 2017 gibt es die Band und einige der Mitglieder haben vorher bei „Depart“, „Leitkegel“ und „December Youth“ gespielt, also keine Anfänger. Das Gesamtkonzept harmoniert, wenn auch fünf Stücke für meinen Geschmack zu wenig auf einer Scheibe ist….zumindest aber besser, als sinnlos Lücken zu füllen. Die Musiker verstehen ihr Handwerk und der Hörer wird mit gelungenen Gitarrensoli und stimmigen Arrangements belohnt.

 

Das erste Stück „Endlosschleife“ zeigt schon, wo es hingeht. Ein mächtiger, verzerrter Gitarrensound, stampft durch eine stimmige Rhythmusgruppe unterstützt durch den Raum. Der Text handelt vom konsumierenden Verhalten und den moralischen Abgründen unserer Gesellschaft und passt somit zur depressiven Stimmung des Stückes. „Ameisenhaufen“ beschreibt schon mit dem Namen um was es geht. Die Masse der Menschen, die ihrer Führung folgt, ohne auzubrechen und ein eigens Ich zu entwickeln. Der Song klagt an und die musikalische Untermalung lädt zum Headbangen ein (also doch Stoner-Rock…oder?). Mit „Herz“ wird die Eifersucht besungen und mit einer treibenden Rythmuslinie treffend untermalt…bis der Song in einen langsamen, melancholischen Teil übergeht und den Song mit einer fühlbaren Traurigkeit beendet. Weiter geht es mit „Wochenende“, der sich nach Angaben der Band um den Bankraub und die Geiselnahme von Gladbeck dreht. Verstörend beschrieben aus der Sicht eines Täters…der Song regt zum Nachdenken an…gut gelungen würde ich sagen. Leider geht es mit „Zeichen“ nun schon zum letzten Stück des Albums. Nach einem melodiösen Intro geht es im Text um die Zeichen, die Religionen uns aufzeigen wollen, um uns von ihren Sichtweisen zu überzeugen…der Refrain wird durch einen Chor geschrieen, der den Hörer fragt „…kannst du sie sehn?“. Musikalisch steigert sich das Ganze förmlich bis zu einem infernalen Höhepunkt, auf dem das Stück dann abrupt endet…Hut ab…gut gemacht.

 

Alles in allem ein sehr hörenswertes Album, dass man nicht wirklich einem Genre zuordnen kann. Musikalisch hörenswert und gut arrangiert. Anspieltipps nenne ich bei fünf Stücken keine, zumal alle Stücke in Qualität und musikalischer Machart für die Musik der Band setehen…

 

Promoportal-germany und Crossfire vergeben 8 von 10 Punkten für ein großartiges Debütalbum…hier hoffen wir wirklich auf mehr in Longplayerlänge!!!

 

Tracklist:
1. Endlosschleife - 3:52
2. Ameisenhaufen - 2:35
3. Herz - 2:55
4. Wochenende - 3:46
5. Zeichen - 3:14