Titel ist Programm! Mit „Auf die Fresse Rock'n'Roll“ veröffentlichen Angeekelt ihr Debüt Album am 11.11.2021
Wer sich mal wieder eindeutig und einzig dem Spaß an harter Rock Musik und lebensnahen Themen widmen möchte, der ist bei den Kollegen von Angeekelt genau richtig aufgehoben!
Die Mukke ist im Punkrock verwurzelt, es sind aber auch Einflüsse aus dem Hardcore und Metal deutlich hörbar. Die deutschen Texte der Band befassen sich mit unterschiedlichsten Themen, die aber irgendwie jedermann bekannt sein dürften. Ob es um das Feiern (oder das Bier), den jedem bekannten Egoisten, die Bekanntschaft in der Bar, die leider vergeben ist oder den Dummschwätzer geht, der besser den Mund halten sollte, hat die Band nichts ausgelassen. Auch dem Motorrad fahren, das die beiden Musiker sehr lieben, sind einige Songs gewidmet. "Du geiles Stück", "Alteisen aus Milwaukee" und "Route 66", das einer Tour über Selbige von Marc und seinem Freund HP gewidmet ist, beschäftigen sich ausgiebig mit dem Thema Zweirad. Mit „Ich Brauche Niemand“ setzt die Band zugleich ein Statement dazu, was sie von Kontrolle, und zu viel Bevormundung hält.
Einen ersten Vorgeschmack gibt es mit dem Video zu „Ich Brauche Niemand“, hier zu sehen und zu hören: https://youtu.be/e43jhGPrBO0
Angeekelt wurde im Herbst 2020 von Bernd "Börnie" Sommer und Marc "Venom" Debus gegründet. Beide Musiker sind bereits lange in der Musikwelt unterwegs. Bernd Sommer hat u.a. mit seiner Band „Börnie“ bereits fünf CD-Veröffentlichungen herausgebracht und in den letzten Jahren in mehreren Bands gespielt und unzählige Liveauftritte gemeistert. Marc Debus hat Ende der 80ziger Jahre mit den Punkbands „Fremdkörper“ und „Schleifstein“ angefangen und ist auch Sänger bei der Metal-Formation „Ascheregen“. Des Weiteren betreibt er ein Musikmagazin, dass unter der Plattform „Promoportal-germany.net“ und dem „Promo Print Magazin“ im Schreibstark-Verlag veröffentlicht wird. Dadurch hat er in den letzten zwanzig Jahren unzählige Musiker interviewt, bzw. Bilder und Berichte für diese veröffentlicht. Die Zusammenarbeit der beiden Künstler hat nun ein außergewöhnliches Projekt hervorgebracht, das sich vor allem dem Spaß an Musik widmet.
Was gibt es sonst noch über die Band zu sagen? Während die Songs noch von den Beiden allein produziert wurden, sind mittlerweile einige Musiker im Gespräch, die die Band zu komplettieren gedenken. Das Material wurde ausschließlich analog aufgenommen und verzichtet auf digitale Nachbearbeitungen oder Korrekturen, wie sie heute oft eigesetzt werden. Das gesamte Tonmaterial wurde also "Old school" aufgenommen und eingespielt. Den letzten Schliff hat Uwe Lulis von den "Black-Solaris-Studios" der Scheibe verpasst, der nicht nur selbst ein namhafter Musiker ist, sondern auch schon viele Bands als Tontechniker abgemischt und produziert hat. Mit 15 Stücken und einer Gesamtspielzeit von knapp einer Stunde wird ein Feuerwerk deutscher Punkmusik abgebrannt, bei dem für jeden etwas dabei sein dürfte.
Release des fast einstündigen Tonträgers ist der 11.11.2021 um 6:66 (7:06)

Konzertbericht - Justin Sullivan - 1.9. - Rockfabrik in Übach-Palenberg – Beachclub

(A.M.) Am 1. September 2021 begrüßte uns Justin Sullivan in der Rockfabrik in Übach-Palenberg nahe der niederländischen Grenze zu seinem Solokonzert. Dies war die Auftaktveranstaltung zu seiner Tour mit 17 Gigs quer durch Deutschland innerhalb von drei Wochen. Der gebürtige Engländer und Gründungsmitglied, Leadsänger und Gitarrist von „New Model Army“ stellte sein zweites Soloalbum „Surrounded“ vor. Dies schrieb er während des ersten Lockdowns 2020 und veröffentlichte es am 28. Mai 2021.

Thematisch geht es aber nicht um die Pandemie. Es erzählt von seinen Erinnerungen, über Reisen, über Freunde und Wegbegleiter und über Landschaften. Das Konzert spiegelte dies alles wider. Die rund 200 Gäste ließen sich von seinen Gitarren, den Mundharmonikas und seiner Stimme verzaubern. Zwischen den Songs erzählte er Geschichten. Er war sehr nah am Publikum und führte von der Bühne herab Smalltalk und nahm so alle in seinen Bann. Er erzählte ganz offen, dass sich die Songs im Laufe der Tour verändern würden und er sich auf die Reaktionen des Publikums freue. Zudem veränderte er die Setlist während des Gigs und spielte andere Songs.

Die Stimmung war einfach großartig. Dieses Live-Konzert hatte es in sich. Die Zuschauer waren bunt gemischt, sogar Kids genossen die Musik mit riesigen Ohrschützern. Im Beachclub hinter den Hallen der Rockfabrik war an alles gedacht. Ein coronakonformes Hygienekonzept stand und so wurde die Musik sorgenfrei gefeiert. Egal, ob man es sich im Liegestuhl gemütlich gemacht hatte, auf einem der riesigen Sitzkissen saß, es sich in den Longemöbeln bequem gemacht hatte oder auf die klassische Bierzeltgarnitur zurückgegriffen hatte, alle feierten.

Gegen Ende des Konzerts überwältigte dies sogar Justin Sullivan selbst. So ruhig und gemütlich familiär der Abend bisher auch verlaufen war, am Ende eskalierte es. Justin Sullivan warf mit einem Ruck seinen Stuhl um und brachte so für den Abschluss nochmal ordentlich Action in die Veranstaltung. Und natürlich durften auch die Zugaben nicht fehlen.  

Alles in allem war es ein toller Konzertabend. Wir danken Justin Sullivan für das Live-Event, Theo für das Booking und die Einladung, dem Rockfabrik-Team für den reibungslosen Ablauf trotz aller zusätzlicher Auflagen und jedem einzelnen Gast!

 

Tourdaten:

Mittwoch, 1.9.2021, Übach-Palenberg, Rockfabrik

Donnerstag, 2.9.2021, Dortmund, FZW

Freitag, 3.9.2021, Coesfeld, Fabrik

Samstag, 4.9.2021, Worpswede, Music Hall

Montag, 6.9.2021, Hamburg, Knust

Dienstag, 7.9.2021, Rostock, Mau Club

Mittwoch, 8.9.2021, Neuruppin, Bononi-Vielseithof

Donnerstag, 9.9.2921, leipzig, Moriztbastei-Terrasse

Freitag, 10.9.2021, Nürnberg, Löwensaal Garden

Samstag, 11.9.2021, Lindau, Club Vaudeville

Montag, 13.9.2021, Freiburg, Jazzhaus

Mittwoch, 15.9.2021, Tübingen, Sudhaus

Donnerstag, 16.9.2021, München, Backstage Areal Süd

Freitag, 17.9.2021, Frankfurt am Main, Batschkapp Sommergarten

Samstag, 18.9.2021, Osnabrück, Hyde Park

Montag, 20.9.2021, Köln, Kantine

Mittwoch, 22.9.2021, Köln, Kantine

 

 

Konzertbericht – Beatnotes – Bündinger Kulturwochen – 23.07.2021 Wolf

(A.M.) Die Büdinger Kulturwochen machen es möglich. Nach vielen Monaten ohne Livekonzerte finden nun innerhalb von sieben Wochen an sieben verschiedenen Veranstaltungsorten rund um Büdingen 28 Konzerte statt. Den Auftakt machten die Beatnotes in Wolf, nach einer kurzen Begrüßung durch den Bürgermeister Erich Spamer. Die Coverband spielte eine Mischung aus Pop-, Rock-, Funk- und Discosongs. Hinzu kamen ausgewählte Klassiker. Insgesamt stellten sie so die letzten rund 30 Jahre Musik dar.

Die doppelte Gesangsfront aus Marius und Theresa machte schon einiges her und sorgte für Abwechslung. Besonders die volle, satte und kräftige Stimme von Marius brachte die Stimmung voran. Aber auch andere Bandmitglieder beherrschten neben ihren Instrumenten den Gesang und gaben dies zum Besten. Die Band freute sich, nach zwei Jahren ohne Livegigs endlich wieder auf einer Bühne zu stehen und nahm das Publikum entsprechend mit. Sie spielten insgesamt drei Sets von je rund 45 Minuten.

Die Songs waren vielfältig ausgesucht. Während die meisten Titel aus dem Pop- und Rockgenre der 90er Jahre waren, gab es aber auch einige alte Schätzchen. Zu genießen waren Vincent von Sarah Connor, einige Titel von Jan Delay, Medleys von den Ärzten und den Black Eyed Peas, Fanta Vier, Tote Hosen bis hin zu Songs mit Rockabilly Style. Es wurden noch weitere Klassiker gespielt, die jeder kennt, weil sie teilweise im Radio hoch und runter liefen und noch immer laufen. Hiermit sind Lieder wie „Denkmal“ von Wir sind Helden gemeint oder Bon Jovi Klassiker und „Narcotic“ von Liquido.

Ein weiteres Highlight war das Schlagzeugsolo direkt nach einer Pause, welches so das nächste Set ankündigte. Die Stimmung war den gesamten Abend über gut. Momente der ruhigeren Balladen wurden zum Verschnaufen genutzt. 

Insgesamt bedanken wir uns bei der Stadt Büdingen für diese Veranstaltungsreihe und freuen uns über Livekonzerte, denn: Ohne Kunst und Kultur wird´s still! Dies war an diesem Abend zum Glück nicht der Fall. Die Stadt Büdingen hat es durch ein transparentes Hygienekonzept möglich gemacht, dass viele Musikfreunde Kultur erleben konnten. Neben den bekannten Abstands- und Hygieneregeln, dem Tragen von Masken, dem Hinterlassen der persönlichen Kontaktdaten und dem vielen Platz und Raum pro Person, gab es den Getränkeverkauf direkt am Platz. Per Bollerwagen wurde immer wieder für Nachschub gesorgt. Viele fleißige Helfer hatten zuvor in stundenlanger Arbeit „Durst“ Schilder gedruckt und einlaminiert. So konnte sich jeder schnell bemerkbar machen und Getränke bekommen.

 

Wir vom Promoportal-Germany sagen DANKE!!!

 

Review: Nina Simone – The Montreux Years

Das Live-Album von Nina Simone erscheint in der Reihe „The Montreux Years“, in der noch einige Mitschnitte der bekannten Musiker, die hier musizierten, folgen sollen. Die Scheibe wurde in London neu gemastert und man hat versucht den Sound dieses großartigen Auftritts zu erhalten, was meiner Ansicht nach hervorragend gelungen ist. Die Aufmachung des Albums ist ebenso grandios und es enthält einige sehr gute Photos der Künstlerin, die bisher noch nirgendwo zu sehen waren.

Die Künstlerin hat einige Auftritte auf den Montreux-Jazz-Festival absolviert und die neue Scheibe beinhaltet Aufnahmen aus allen fünf legendären Montreux-Shows, die in den Jahren 1968, 1976, 1981, 1987 und 1990 stattgefunden haben.

Auf dem Album findet sich starkes Songmaterial der Sängerin, aber auch interessante Coverversionen, z.B. Bob Marleys „No Woman No Cry“ und Janis Ians „Stars“. Auch „The House Of The Rising Sun“ wird von ihr, in ihrer ganz besonderen Art dargeboten. In jedem Fall, zeigt diese Doppel-CD, was die Künstlerin Live zu leisten in der Lage war. Gutes Feeling und eine tolle Liveatmosphäre wird hier geboten und ist in jedem Fall für Fans der Künstlerin unumgänglich

Für ein einzigartiges Tonmonument einer unsterblichen Künstlerin vergibt das Promoportal-Germany 9 von 10 Punkten…wir hoffen, dass diese Musikreihe noch mehr solche Highlights bieten wird.

 

NINA SIMONE: THE MONTREUX YEARS – 2CD

 

CD ONE

1. Someone To Watch Over Me (Intro)

2. Backlash Blues

3. I Wish I Knew How It Would Feel To Be Free

4. See-Line Woman

5. Little Girl Blue (Pt1 and 2)

6. Don’t Smoke In Bed

7. Stars

8. What. A Little Moonlight Can Do

9. African Mailman

10. Four Women

11. No Woman No Cry

12. Liberian Calypso

13. Ne Me Quitte Pas

14. Montreux Blues

15. My Baby Just Cares for Me

 

CD TWO

Alle Tracks wurden im Casino Kursaal am 16. Juni 1968 aufgenommen

1. Intro

2. Go To Hell

3. Just In Time

4. When I Was A Young Girl

5. Don’t Let Me Be Misunderstood

6. Ne Me Quitte Pas

7. To Love Somebody

8. Backlash Blues

9. The House Of The Rising Sun

10. See-Line Woman

11. Please Read Me

12. Ain’t Got No, I Got Life

13. Gin House Blues

14. I Wish I Knew How It Would Feel To Be Free

 

Gartenkonzert mit Paddy Schmidt von Paddy Goes To Holyhead in Neu-Anspach

(M.D.) 20.06.2021: Am Sonntag fand in Neu-Anspach das zweite Gartenkonzert mit Paddy Schmidt im Garten von Marc Debus und Anne Melis statt. Sie konnten den bekannten Künstler, der vor allem mit seiner Band „Paddy Goes To Holyhead“ große Erfolge verbuchen konnte, bereits das zweite Mal dafür gewinnen, den Gästen in ihrem Garten den Nachmittag zu versüßen.

Auch die Nachbarn haben sich beteiligt und ihre Grundstücke zur Verfügung gestellt. Vor allem Rolf Jäger und Christine Höser haben hier eine große Fläche zur Verfügung gestellt. Knapp 100 Gäste stellten sich auf den vier Gartengrundstücken ein, um bei kühlen Getränken den Auftritt des Irish-Folk Musikers zu genießen.

Paddy Schmidt ließ hierbei vom bekannten „Loch Lomond / Red Is The Rose“ über „The Irish Rover“ (in unzähligen verschiedenen Musikrichtungen), „The Titanic“ und „Whisky In The Jar noch vieles mehr hören. Der Künstler spielte mit einer kleinen Pause über drei Stunden und ließ dabei sogar Wünsche von Gästen zu, was zum Abschluss die Gäste noch in den Genuss von „Streets Of London“ kommen ließ.

Nach dem Konzert war der Künstler noch lange für die Gäste da und bei einem guten Whisky, wurde gar manche Anekdote ausgetauscht. Das schönste war, dass er sagte: „Ich komme auf jeden Fall wieder…“ was natürlich eine große Freude sein wird. Viele Gäste waren auch bei diesem Konzert dabei, weil sie schon das letzte Mal im Garten gesessen haben, um irischen Volksweisen zu lauschen.

 

Alles in allem ein gelungener Abend, der sich hoffentlich genauso so schön wiederholen lässt

 

 

 

 Scheunenkonzert mit Patrick Steinbach und Günter Bozem

 

Am 03.10.2020 war es so weit. Das zweite Gartenkonzert bei Marc Debus und Anne Melis in Neu-Anspach sollte stattfinden. Schwierig wurde das Ganze, weil das Wetter dem Event den Gar aus zu machen drohte…zumal die Ausweichmöglichkeit gerade von den Dachdeckern abgedeckt worden war – aber nichts ist unmöglich. Am Freitag wurde unter Einsatz bis 20 Uhr das Dach verschlossen und am Samstag das Innere der Scheune so aufbereitet, das Patrick und Günter einen passenden Rahmen für ihr Konzert vorfinden sollten.

Als die Beiden, dann aufgebaut hatten und zwischen 17 und 18 Uhr die Gäste erschienen, war alles im grünen Bereich. Nun sollten die Gäste die Gelegenheit haben, das einzigartige Duo live zu erleben. Patrick und Günter spielten zwei Sets, die jeweils um die 45 Minuten dauerten. Traditionelle irische Musik wurde dabei genauso geboten, wie instrumentale Ausflüge in die moderne Rockgeschichte. Manches Arrangement der Beiden verbindet sogar Tradition und Moderne, oder zwei bekannte Stücke. So gelingt es Patrick immer wieder mit dem Stück „Gift Of A Thistle“ aus dem Braveheart-Film das Publikum zu verzaubern und manchmal dauert es bei einigen Zuhörern eine Weile, bis sie merken, dass Günter und Patrick mittlerweile bereits zu „Child In Time“ von Deep Purple übergegangen sind.

Das Publikum belohnte die Darbietungen mit dem gebührenden Applaus und die beiden Musiker belohnten ihre Zuhörer natürlich auch mit den entsprechenden Zugaben. Unter anderem spielten sie als letztes Stück „Samba Pa Ti“ von Carlos Santana und hinterließen dabei ein Lächeln auf den Gesichtern des Publikums. Nach dem Konzert war noch Zeit für das ein oder andere Bier, Gespräche mit den beiden Künstlern und natürlich einen Guten Whisky – DANKE dafür!!!!!

 

 

Interview mit Paddy Schmidt zu aktuellen Themen

 

(M.D.) Paddy, du hast ein Hörbuch herausgebracht…eine neue Erfahrung. Hat dir das Konzept Spaß gemacht?

Mein Reisebuch „Far Away – Mit der Harley zum Nordkap“ ist ja schon einige Zeit auf dem Markt. Schon immer war es mein Wunsch, parallel dazu ein Hörbuch herauszubringen. Es scheiterte jedoch stets an der nichtvorhandenen Zeit, da ich mit Konzertterminen mehr als ausgelastet war.

Es hat mir eine Riesenfreude bereitet, das Hörbuch zu sprechen und ich habe die Stationen unserer Reise dadurch nochmal bewusst durchlebt.

(M.D.) Du bist mit dem Alteisen aus Milwaukee bis ans Nordkapp gerödelt. Würdest du da noch einmal tun?  Da ich ja das gleiche Moped habe wie du, würde ich behaupten es war eine gemütliche Tour.

Ja, ich bin mit Andrew bereits im Gespräch, dieses Abenteuer erneut zu machen. Vielleicht nicht gerade nächstes Jahr, wir müssen erstmal die Rückstände der Coronakrise wieder einspielen. Aber die Idee ist schon vorhanden. Vielleicht wählen wir eine andere Route, z. B. über die baltischen Staaten und bauen mehr Finnland ein, das uns auch gut gefallen hat.

Die Tour war alles andere als gemütlich; zwei Drittel der Fahrtstrecke waren verregnet und kalt.  Aber die anderen 25% haben alles wettgemacht. Zum Beispiel hatten wir Sonne und Temperaturen über 7°C auf den Lofoten, da sind wir dann auch im Atlantik schwimmen gegangen J Ich fahre meine Harley-Softail-Evo nun schon 25 Jahre, da sollte ich mich an die Sitzhaltung gewöhnt haben.

(M.D.) Ist die Idee schon vor der Corona Krise gereift, oder erst als die Auftritte ausblieben?

Jetzt ist unvermittelt – also ohne große Vorwarnung – die Coronakrise über uns hereingebrochen und besonders die Kulturschaffenden sehen sich plötzlich mit Auftrittsverboten konfrontiert. Es war und ist nicht absehbar, wann sich an diesem Zustand etwas ändert. Um nicht in Trübsal und Untätigkeit zu verfallen, habe ich die alte Idee des Hörbuches wieder aufgegriffen und um Geld zu sparen, habe ich von der Stimme bis zur Technik alles selbst in die Hand genommen. Der Kernpunkt meiner Nordkapreise war natürlich auch das Zelebrieren des nördlichsten Konzertes meines Lebens – also das Absingen unseres Songs „Far Away“ vor dem Weltkugeldenkmal mit der zerlegbaren Gitarre, die ich extra auf die lange Reise mitgenommen habe. Daher finden sich auch auf dem Hörbuch zusätzlich fünf Lieder, die ich ganz besonders dafür live eingespielt habe. Einer dieser Titel, der Song „Roll on rider“ ist brandneu, ich habe den Song noch nie live gespielt. Unter dem Einfluss der wiederkehrenden Gedanken beim Erstellen des Hörbuches ist mir spontan die Idee gekommen, dieses Lied zu schreiben. Das Hörbuch bietet also insgesamt fast 5 Stunden Hörgenuss!

(M.D.) Wie siehst du als Berufsmusiker die Einschränkungen, die wir momentan erleben? Siehst du es ähnlich wie wir, dass auf die Musikbranche wenig Augenmerk gelegt wurde…auch was Hilfen angeht.

Die Corona-Soforthilfen helfen uns Kulturschaffenden überhaupt nicht. Zwar hat die Bundesregierung den Bundesländern zur Errichtung der Rettungsschirme freie Hand gegeben, allerdings mit der bindenden Option, dass nur Betriebsmittel kosten aufgerechnet werden dürfen und das auch nur, wenn der Kulturschaffende vorher sämtliche  liquiden Mittel aufgebraucht hat. Lebenshaltungskosten dürfen dagegen nicht aufgerechnet werden. Zum Verständnis: Betriebsmittel wären: Leasingverträge für Bandfahrzeuge, Miete für Proberaum oder Mietkauf für Instrumente. Das fällt bei mir z. B. überhaupt nicht an. Mein Auto und meine Musikinstrumente sind bar gekauft und bezahlt und mein Proberaum ist mein eigener Keller. Ich habe keine Schulden, also habe ich auch keine Betriebsmittel.

Hingegen habe ich Lebenshaltungskosten, die nicht nur privat, sondern auch beruflich anfallen. Dazu gehören z. B. die Sozialversicherung in der Künstlersozialkasse, meine privaten Versicherungen, meine Benzinkosten, Gas, Strom, Wasser, der Unterhalt für meine Kinder, die nicht bei mir leben, etc.

Laut der Statuten der Coronahilfe muss ich erstmal mein Vermögen (liquide Mittel) aufbrauchen, um überhaupt berücksichtigt zu werden. Da ich aber keine Betriebsmittel geltend machen kann, wird mir ferner empfohlen, bei drohender Insolvenz Grundsicherung zu beantragen. Das bedeutet: Hartz4.  Finde den Fehler!

(M.D.) Du hast ja ein Konzert in einem Autokino gegeben, wie war diese Erfahrung für dich. Ist das irgendwie so wie bei Stephen Kings Christine, wenn hunderte Auto vor einem stehen?

So schrecklich wie bei Christine war es nicht J Aber es ist schon gewöhnungsbedürftig, die Konzertbesucher in ihren Autos zu sehen - und das bei strahlendem Sonnenschein! Ich bin jedoch dankbar für alle Gelegenheiten, dieses Berufsverbot der Live-Musik umgehen zu können, denn die Bühne ist mein Leben. Diese Krise wird uns noch etliche Zeit beschäftigen und da braucht es Mut zu neuen Lösungen. Ich denke da auch an Privatkonzerte in kleineren Rahmen, Haus, Garten- und Firmenmusik, etc. Wer da tolle Ideen hat, mag sich bei mir melden!

(M.D.) Gibt es irgendetwas, was du den Menschen in diesen Zeiten gerne noch mitteilen willst?

Ich möchte mich bei allen meinen Fans für die grenzenlose Solidarität bedanken, die ich in den letzten Wochen erfahren durfte. Viele Leute, die eigentlich schon mein Buch im Printformat gekauft haben, bestellten wie selbstverständlich das Hörbuch noch einmal. Das hat mich sehr glücklich gemacht und ich weiß jetzt, dass Ihr mich nicht vergessen habt. Das Hörbuch ist natürlich weiterhin erhältlich unter www.paddy.de

Es kann entweder für 10 Euro als MP3-Download heruntergeladen werden, es gibt aber auch die Möglichkeit, eine künstlergebrannte MP3-CD für 20 Euro (Versand incl.) zugeschickt zu bekommen.  Wer mit Download und MP3 gar nichts am Hut hat, kann das Hörbuch auch als künstlergebrannte Audio CD bekommen, das sind dann 4 CDs insgesamt für 25 Euro und auch hier ist der Versand incl.

 

 

 

 

 

Verlagsprogramm des Schreibstark-Verlags

 

 

Historische Romane

 

David J. Greening - THRAX – Kriegerdämmerung – E-Book

 

David J. Greening - THRAX - Kriegerdämmerung - Taschenbuch

 

David J. Greening - THRAX - Warrior´s Dawn – E-Book

 

David J. Greening – THRAX - Warrior´s Dawn - Paperback

 

David J. Greening – THRAX -Söldner von Sparta – E-Book

 

David J. Greening – THRAX -Söldner von Sparta - Taschenbuch

 

David J. Greening – THRAX -Mercenary of Sparta – E-Book

 

David J. Greening – THRAX -Mercenary of Sparta - Paperback

 

Marc Debus – Gerhard Maibach - Das Geheimnis von Gisors – E-Book

 

Marc Debus – Gerhard Maibach - Das Geheimnis von Gisors n – Taschenbuch

 

Marc Debus – Gerhard Maibach – Thelema Abbey – E-Book

 

Marc Debus – Gerhard Maibach – Thelema Abbey – Taschenbuch

 

 

Thriller/Krimi

 

Simon Nebeling – Blasket Islands – Thriller - Taschenbuch

 

Simon Nebeling – Blasket Islands – Thriller - E-Book

 

Simon Nebeling – Ein jäher Tod – Thriller - Taschenbuch

 

Simon Nebeling – Ein jäher Tod – Thriller - E-Book

 

Simon Nebeling – Trajanas Träume – Thriller - Taschenbuch

 

Simon Nebeling – Trajanas Träume – Thriller - E-Book

 

 

Autobiografien

 

Ax Genrich – Ein Leben zwischen Skiffle und Krautrock –E-Book

 

Ax Genrich – Ein Leben zwischen Skiffle und Krautrock –Taschenbuch

 

Karl Koob / Marc Debus – Lasst die Panzer stehen…- E-Book

 

Karl Koob / Marc Debus – Lasst die Panzer stehen… – Taschenbuch

 

Alfred Nell / Marc Debus – Das letzte Geleit – Vom Vorpostenboot zur U-Boot-Flotte – E-Book

 

Alfred Nell / Marc Debus – Das letzte Geleit - Vom Vorpostenboot zur U-Boot-Flotte – Taschenbuch

 

Alfred Nell / Marc Debus – The Final Command – from patrol boat to submarine fleet – E-Book

 

Alfred Nell / Marc Debus – The Final Command – from patrol boat to submarine fleet – Paperback

 

 

Kinderbücher

 

Marc Debus - Dagolus Dagermart – Der kleine Schamane – Ein Abenteuer im alten Rom – E-Book

 

Marc Debus - Dagolus Dagermart – Der kleine Schamane – Ein Abenteuer im alten Rom – Taschenbuch

 

Jörg Schneider – Alberta Zweistein – und die Schwierigkeit, ohne Kartoffeln durch die Zeit zu reisen – E-Book

 

Jörg Schneider – Alberta Zweistein – und die Schwierigkeit, ohne Kartoffeln durch die Zeit zu reisen – Taschenbuch

 

 

Märchen / Fabeln

 

David J. Greening – Der Prinz und der Schlüssel – Taschenbuch

 

David J. Greening – Der Prinz und der Schlüssel – E-Book

 

David J. Greening – Die Prinzessin und der Schlüssel – Taschenbuch

 

David J. Greening – Die Prinzessin und der Schlüssel – E-Book

 

David J. Greening – The Prince and the Key – Paperback

 

David J. Greening – The Prince and the Key – E-Book

 

David J. Greening – The Princess and the Key – Paperback

 

David J. Greening – The Princess and the Key – E-Book

 

 

Satire

 

Jörg Schneider – So werde ich Nazi – Welcher Extremismus passt zu mir? – E-Book

 

 

Pädagogische Reihe

 

Anne Melis – Intensivtraining zur Teamentwicklung in Bereich der Erziehungshilfe – E-Book

 

Anne Melis – Intensivtraining zur Teamentwicklung in Bereich der Erziehungshilfe – Taschenbuch

 

Anne Melis – Heilpädagogisches Voltigieren und Zirkuspädagogik – E-Book

 

Anne Melis – Heilpädagogisches Voltigieren und Zirkuspädagogik k – Taschenbuch

 

Marc Debus - Übertragen der Ideen Freinets auf die Herstellung einer Schülerzeitung an einer Schule für Lernhilfe – E-Book

 

Marc Debus – Übertragen der Ideen Freinets auf die Herstellung einer Schülerzeitung an einer Schule für Lernhilfe - Taschenbuch

 

Marc Debus – Anwendungsmöglichkeiten der Motopädagogik bei Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung – E-Book

 

Marc Debus – Anwendungsmöglichkeiten der Motopädagogik bei Kindern und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung – Taschenbuch

 

 

Musikmagazin

 

Promo Print Magazin Gesamtausgabe 2020 - E Book

 

Promo Print Magazin Gesamtausgabe 2018 - Druckausgabe

 

Promo Print Magazin 1/2019 - E Book

 

Promo Print Magazin 1/2019 - Druckausgabe

 

Promo Print Magazin 2/2019 - E Book

 

Promo Print Magazin 2/2019 - Druckausgabe

 

Promo Print Magazin 3/2019 - E Book

 

Promo Print Magazin 3/2019 - Druckausgabe

 

Promo Print Magazin 4/2019 - E Book

 

Promo Print Magazin 4/2019 - Druckausgabe

 

Promo Print Magazin 1/2020 - E Book

 

Promo Print Magazin 1/2020 - Druckausgabe

 

Promo Print Magazin 2/2020 - E Book

 

Promo Print Magazin 2/2020 - Druckausgabe

 

 

Kampfsport / Kung Fu

 

Buschke / Debus / Hündorf - Helping Hands – Kampfsportverletzungen und Maßnahmen der Ersten Hilfe – E-Book

 

Marc Debus – Siu Lim Tao – Die kleine Idee – Wing Chun – E-Book

 

Marc Debus – Siu Lim Tao – Die kleine Idee – Wing Chun – Taschenbuch

 

Marc Debus – Siu Lim Tao – The little idea – Wing Chun – E-Book

 

Marc Debus – Siu Lim Tao – The little idea – Wing Chun – Paperback

 

Marc Debus – Cham Kiu – Das Suchen der Brücke – Wing Chun – E-Book

 

Marc Debus – Cham Kiu – Das Suchen der Brücke – Wing Chun – Taschenbuch

 

Marc Debus – Cham Kiu – Seeking the bridge – Wing Chun – E-Book

 

Marc Debus – Cham Kiu – Seeking the bridge – Wing Chun – Paperback

 

Marc Debus – Biu Tze – Die dritte Form des Lo Man Kam Wing Chun Systems – Wing Chun – E-Book

 

Marc Debus – Biu Tze – Die dritte Form des Lo Man Kam Wing Chun Systems – Wing Chun – Taschenbuch

 

Marc Debus – Biu Tze – The third form oft he Lo Man Kam Wing Chun system – Wing Chun – E-Book

 

Marc Debus – Biu Tze – The third form oft he Lo Man Kam Wing Chun system – Wing Chun – Paperback

 

Marc Debus – Das Lo Man Kam Wing Chun System – Geschichten, Berichte und Techniken – Wing Chun – E-Book

 

Marc Debus – Das Lo Man Kam Wing Chun System – Geschichten, Berichte und Techniken – Wing Chun – Taschenbuch

 

Marc Debus – The Lo Man Kam Wing Chun System – stories, reports and techniques – Wing Chun – E-Book

 

Marc Debus – The Lo Man Kam Wing Chun System – stories, reports and techniques – Wing Chun – Paperback

 

 

Buchvorstellung: Ax Genrich – Ein Leben zwischen Skiffle und Krautrock

(M.D.) Mit diesem Buch liegt die Biographie eines Mannes vor, der mit wichtigen Entwicklungen der deutschen Musikgeschichte eng verbunden ist. Ich selbst hatte in jungen Jahren erste Kontakte zum Krautrock und landete mit meinen Freunden über Bands wie „Pink Floyd“ bei „Tangerine Dream“ und „Guru Guru“.

Die Musik faszinierte uns und drückte unser damaliges Lebensgefühl aus…das prägte uns. Mein früherer Bandkollege Andreas Wirth war es dann schließlich, der mich vor vielen Jahren kontaktierte, weil seine Band „The Whole“ mit Ax im Dreikönigskeller in Frankfurt auftreten sollte. Ein unvergleichlicher Konzertabend war die Folge und nach dem Auftritt ein langes, gutes Gespräch mit Ax, das mir einen ersten Eindruck eines leidenschaftlichen Musikers vermittelte.

Danach sah ich Ax öfter und fotografierte ihn und seine Mitmusiker: Auftritte mit Damo Suzuki von „Can“ und „The Whole“ in Offenbach, Auftritte mit seiner eigenen Band in Frankfurt und auf dem Burg Herzberg Festival. Der persönliche Kontakt führte letztendlich zur Erstellung dieses Buches. Die Schilderungen seines Lebens, die Musiker, die Ax traf oder sah (Jimi Hendrix, Cliff Richard und Rory Gallagher) und die privaten Höhen und Tiefen, die sein Musikerleben prägten, machen deutlich, was es heißt für die Musik zu leben.

Ax blieb sich immer treu und steht nach wie vor auf Bühnen und zieht Menschen mit seiner Musik in den Bann. Den Menschen, die ihn und sein Schaffen schätzen, werden durch dieses Buch sicherlich noch weitere Facetten seiner Person nähergebracht, die sie bisher noch nicht kannten. Deshalb bleibt an dieser Stelle nur zu sagen, dass ich Ax für diese Einblicke dankbar bin und wir sicher beide hoffen, dass das Buch eine breitgestreute Leserschaft finden wird. 

 

Das Taschenbuch ist weltweit über Amazon erhältlich.

Das E-Book gibt es bei Kindle und in allen Buchhandlungen, die mit Tolino zusammenarbeiten.

Vorbericht – Rock Hard Festival 2020 – Amphitheater - Gelsenkirchen

 

(M.D.) Was soll man in solchen Zeiten sagen? Die Verbote und Ausgangseinschränkungen wegen des Coronavirus haben das ganze Land im Griff und trotzdem haben wir die Hoffnung, dass die großen, guten Festivals dieses Jahr stattfinden werden und die Krise bis dahin überwunden ist.

 

Eines meiner Lieblingsfestivals ist das „Rock-Hard-Festival“, dass alljährlich im Amphitheater in Gelsenkirchen stattfindet. Und so soll es auch dieses Jahr sein. Vom 29. bis zum 31. Mai 2020 ist dann natürlich auch für gute Musik gesorgt und das Billing des Festivals lässt eigentlich nichts zu wünschen übrig.

 

In diesem Jahr sind große Namen auf der Liste, u.a. Accept, Sacred Reich, Blue Öyster Cult, Grave Digger, Phil Campell And The Bastard Sons und die Suicidal Angels dabei. Weiterhin sind Niffelheim, Insomnium, Alcest, The Night Flight Orchestra, Atlantean Kodex, Michael Monroe, Heathen, Axxis, Razor, Villagers Of Ioannina City, Sulphur Aeon, Sorcerer, Harlott, Indian Nightmare und Neck Cemetery bereits bestätigt. Und wir warten, was noch kommen mag.

 

Das Festival stellt im Jahresrhythmus immer eins der Highlights da. Es ist gut organisiert, hat ausreichend Auswahl, was das Essen angeht, eine tollen Lage im Amphitheater, wo jeder Zuschauer einen Spitzenblick auf die Bühne hat und ist eins der ersten großen Treffen der Metalgemeinde des Jahres. Es sind immer viele Bekannte aus ganz Deutschland anwesend, die das Festival zum Fest werden lassen. Wir freuen uns auf dieses Pfingstwochenende und hoffen, dass uns kein Virus einen Strich durch die Rechnung macht.

Karl-May-Lesung mit Jean Marc Birkholz in der Hexenmühle Wisper

Schauspieler Jean Marc Birkholz hat sich am 12.03.2020 in der Hexenmühle in Wisper eingefunden, um begeisterten Karl-May-Anhängern aus den Amerikabänden des Autors vorzulesen. Jean Marc ist der Winnetou Darsteller der Karl-May-Festspiele in Elspe und blickt dabei auf eine fast zwanzigjährige Auftrittszeit zurück.

Während der Lesung erzählt Birkholz viele Anekdoten aus seiner Spielzeit und unterhält damit die Gäste hervorragend. Eigentlich wollte er viel lieber den Old Shatterhand spielen, aber diese Rolle war zur damaligen Zeit bereits besetzt, also wurde er der neue Winnetou Darsteller, nachdem er sich eine Spielzeit mit Nebenrollen beschäftigt hat. Hierzu erzählte er eine lustige Geschichte, um einen Mikrofonausfall der Hauptdarsteller. Das einzige gängige Mikrofon hatte damals Birkholz, als Indianerdarsteller und der konnte die Bühne nicht verlassen, da sämtliche Sprachanteile über sein Mikrofon laufen mussten. Somit stand er immer dort, wo etwas passieren musste und versuchte ein möglichst unauffälliges Bild dabei zu bieten, was oftmals nicht einfach gewesen sein muss.

Auch einige Teile seines Kostüms hatte Jean Marc mitgebracht. So war sein ledernes Hemd dabei, sein selbstangefertigter Gürtel mit Messer und die über 1400 Euro teure Echthaarperücke.  Er las den Part aus Winnetou, in dem Old Shatterhand Winnetou und seinen Vater Intschu-tschuna kennenlernt, den Tod Klekih-petras und die Blutsbrüderschaft der Beiden. Dann wird es etwas romantisch, als er die Begegnung von Nscho-tschi mit Old Shatterhand beschreibt und der Schluss der Lesung, die nur durch eine kurze Pause unterbrochen war, wird dann tragisch, als Winnetous Ende beschrieben wird. Ausgeschmückt wurde dies durch kurze Spielszenen mit Personen aus dem Publikum, mit denen Jean Marc die Blutsbrüderschaft und einen Kampf zur Freude aller darstellt. Birkholz ist es während der gesamten Lesung gelungen das Publikum einzubinden, und wenn er sie nur dazu animiert hat, gemeinsam den Kriegsruf der Apachen zu intonieren.

Aber es gab auf der Lesung noch etwas zu bewundern. Im hinteren Bereich des Saales gab es zwei Tische, die mit Karl-May Utensilien, Spielen, alten Ausgaben, Figuren und ähnlichem bestückt worden waren. All das stammt aus der Sammlung von Stephanie Hartenbach, der Veranstalterin der Lesung, die wir seit einigen Jahren zu unserem Freundeskreis zählen. Stephanie hat selbst einige Kurzgeschichten um die Figuren der Karl-May-Erzählungen geschrieben, die sie im Laufe des nächsten Jahres zu veröffentlichen gedenkt.

Alles in allem war es ein wunderschöner Nachmittag, der sich für alle Anwesenden gelohnt hat. Die Lesungen von Jean Marc Birkholz sind in jedem Fall eine Empfehlung wert. Besonderer Dank gilt der Veranstalterin und dem Servicepersonal der Hexenmühle, die während der Lesung dezent für Getränke und Essen gesorgt haben. Es bleibt hier also nur noch eines zu sagen….How, mein weißer Bruder!!!

Gedanken von Matthias Häcker, dem Veranstalter des No Playback Festivals und wie er die Absage erlebt hat.

 

Als die ersten Corona-Fälle in Italien, zwei Wochen vor dem Festival bekannt wurden, war es nur noch eine Frage der Zeit, bis die Pandemie auch in Deutschland ihren Lauf nimmt. Trotz mulmigem Gefühl im Bauch, war ich mir da noch sehr sicher, dass es am No Playback Festival vorbei gehen würde.

 

Eine Woche später waren schon über 200 Leute in Deutschland betroffen. Doch wie hoch ist schon die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Veranstaltung unter 1000 Menschen, gerade ein Corona Fall dabei ist? Also habe ich mir und unseren Fans mit positiven Beiträgen Mut gemacht. Von da an wurde die Anspannung täglich exponentiell größer. Ab Mittwoch (das Festival sollte samstags stattfinden) fühlten sich die Minuten schon an wie Stunden, überall Konzertabsagen, in anderen Bundesländern waren nur noch 100 Leute erlaubt. Wie lange würde es noch dauern, bis das auch bei uns gilt?

 

Dann ein Telefonat mit dem BULLET-Management, das befürchtete BULLET könnten zwar einreisen, würden aber nicht mehr nach Hause kommen. Ich hätte sie zur Not selbst nach Schweden gefahren. Dann wurde das Elsass zum Risikogebiet erklärt, ein Schock! Gerade das Elsass, wo wir so viele Freunde haben, die zum Festival kommen möchten! Außerdem eine Band mit Musikern aus dem Elsass. Ich habe abgewartet, obwohl das Risikomanagement vorsah, keine Leute aus Risikogebieten reinzulassen. Kann ich meine Freunde wirklich nach Hause schicken?

 

Donnerstag: Mittags erreicht mich ein Anruf von CRISIX. Die Band kann nicht kommen. Es ist jemand krank und in der Heimatstadt grassiert Corona heftiger als im Rest von Spanien. Gerade CRISIX, auf die ich mich so sehr gefreut habe. Dennoch ein Ersatz gesucht und gefunden. Dann am Abend eine Pressekonferenz von der Kanzlerin: „Alle unnötigen Veranstaltungen sollten abgesagt werden“ Was ist denn bitte nötig? Und heißt sollten gleich müssen? In der Nacht war nicht mehr an Schlaf zu denken. Die ersten Helfer der Crew haben bereits abgesagt, 3 von 7 Bands können nicht mehr und dazu das schlechte Gewissen: Kann man mit seinen Freunden noch ein Konzert veranstalten, wenn man Familienangehörige schon lieber zu Hause lässt? Und ist es richtig, mit dem Rest der Fans eine Party zu machen, während viele schon zu Hause in Quarantäne bleiben müssen?

 

Die gesamte Last dieser Fragen, lag Freitagmorgen alleine auf meinen Schultern. Der Rest meiner Crew wollte unbedingt weitermachen und das Festival durchziehen. Das Ordnungsamt konnte aber nicht mehr sagen, ob die beschlossenen Hygienemaßnahmen von letzter Woche noch ausreichend waren. Allerdings war zu erwarten, dass die Landesregierung am Nachmittag verbindliche Maßnahmen vorschreiben wird. Bis Freitagmittag war also fast die Hälfte der ursprünglich geplanten Bands ausgefallen, ¾ der Crew konnte nicht mehr helfen. Nahezu alle anderen Veranstaltungen waren bereits abgesagt und eine Beschränkung auf 100 Personen wahrscheinlich. Statt die letzten Vorkehrungen fürs Festival zu treffen, war ich nur noch mit dem Bearbeiten weiterer Hiobsbotschaften beschäftigt. Die Musik war komplett in Vergessenheit geraten. Ich begann sämtliche Stellen anzurufen und die Veranstaltung wegen Undurchführbarkeit abzusagen.

 

Danach bin ich zusammengebrochen. 10 Monate Arbeit waren in diesem Moment zerstört worden. Als ich das begriffen hatte, informierte ich alle, dass wir doch weitermachen, wenn es nicht endgültig von Amtswegen verboten wird. Dieses endgültige Verbot kam am späten Nachmittag in Form einer Allgemeinen Verfügung, die alle Veranstaltungen in geschlossenen Räumen verbat. Für mich der Moment in dem die gesamte Anspannung endlich abgefallen ist.

 

Was dann auf die Absage folgte, war eine beispiellose Welle der Anteilnahme und Unterstützung. Spendenaufrufe und weitere tolle Ideen wurden geäußert. Viele Ticketinhaber haben sich öffentlich dazu bereiterklärt ihr Ticket zu behalten. Innerhalb von 3 Tagen habe ich fast die Hälfte der Festival-Shirts verkauft, was einen enormen Anteil der Fixkosten reduziert. Jede noch so kleine Hilfe ist Antrieb das Festival im nächsten Jahr wieder anzugehen. Für all die Unterstützung möchte ich mich von ganzem Herzen bedanken und werde die Ticketinhaber mit einer noch schöneren Party 2021 belohnen.

 

Matthias Häcker, Veranstalter des No Playback Festivals

Konzertbericht – Cannons – 13.03.2020 – Fulda – Kulturkeller

 

(A.M.) Am vergangenen Wochenende hatten wir die Möglichkeit die „Cannons“ in Fulda im Kulturkeller zu erleben. Die Veranstaltung war seit Wochen ausverkauft. Jedoch war der Saal wegen den Entwicklungen rund um das Coronavirus, dann doch nicht bis auf den letzten Platz gefüllt. Vater und Söhne gaben dennoch für alle Anwesenden ihr Bestes. Vor dem Gig konnten wir Séan Cannon noch für euch interviewen. Dieses Interview findet ihr auf Youtube: https://youtu.be/G3clOkki_4M    Eine interessante Frage hierbei galt seinen musikalischen Idolen und Vorbildern.

 

Das Konzert an sich war trotz der wenigen Besucher sehr schön. Es war ein bunter Mix aus typischen Irish- Folksongs, einer Note Jazz und Blues durch Sohn Robert und jeder Menge Einbezug des Publikums. Beispiele hierfür sind: „The Irish Rover“, „The Black Velvet Band“, „The Rocky Road to Dublin“ und der „Cocain Blues“. Zudem begeisterte eine A-Cappella-Version von „Molley Malone“ einfach alle. Die Mischung der Songs war wirklich gelungen. Und auch die Darbietung war gut durchdacht und kam bei allen entsprechend positiv an. So hatte jeder der drei Musiker einige Songs, bei denen er in den Vordergrund trat und die beiden anderen unterstützen und begleiteten. Aber auch Wechselgesänge, beispielsweise pro Strophe, waren zu genießen. Wir haben einige Songs für euch aufnehmen dürfen. Diese werden wir nach und nach ebenfalls online zur Verfügung stellen.

 

Wir bedanken uns auf jeden Fall bei allen fleißigen Händen, die auch im Umfeld der Band tätig waren, für einen tollen Konzertabend.

Magische Melodien und mystisches aus der Anderswelt – FAUN auf “Märchen & Mythen Tour” in Neu-Isenburg am 12.03.2020

 

Anfang der 2000er bekam der Teil des musikalischen Weltenbaumes, der da gemeinhin als „Mittelalter“ bezeichnet wird, plötzlich einen neuen Zweig. Einen, der ganz ohne verstärkte Gitarren und donnernde Dudelsäcke auskommt. Einen Zweig, dessen Wurzeln weit in die Geschichte, in andere Länder und sogar andere Welten zurückreicht. Und die Krönung dieses Zweiges war eine Blüte namens Faun, Sie erarbeiteten sich durch wundervolle Melodien, Virtuosität an verschiedenen Instrumenten und mehrstimmigen Gesang, untermalt durch einen elektronischen Klangteppich, ein so absolutes Alleinstellungsmerkmal. Man nennt sie bis heute die stilprägende Band für den Bereich des „Pagan Folk."

Viele Jahre sind seit den Anfängen vergangen und die kleine Marktkapelle mit den selbstdekorierten Bühnenelementen und dem, liebevoll gestalteten winzigen Merch-Stand von damals ist seitdem auch etwas erwachsener geworden, hat Ausflüge zu einem Major Label und ins Fernsehen gewagt und sogar einen Beitrag zum Vorausscheid des Eurovision Songcontest beigesteuert. Was sich aber über die Jahre nicht geändert hat, ist die musikalische Qualität und die Liebe, mit der die Mitglieder sich stets um Geschichten, Mythen und Melodien aus aller Herren Länder bemühen. Dies bringen sie ihrem mittlerweile, um einiges größeren Publikum nahe.

Ihr elftes Studioalbum „Märchen & Mythen“, welches im November 2019 den Weg in unsere Welt fand, schafft genau das. Vertraute, aber auch ein paar gar nicht so bekannte Sagen und Märchengestalten wurden musikalisch aufgearbeitet und verpackt in ein liebevolles Artwork ausgesandt, erinnern sie die Menschen daran, dass es noch mehr gibt als wir sehen können und unser inneres Kind an die Zeit zu erinnern, als wir klein waren und gebannt den Märchen lauschten, die Mütter und Großmütter uns erzählten. Dazu passend kam bald die frohe Kunde, dass die zugehörige Tour nicht lange auf sich warten lassen würde und dies fand gestern am 12.03.2020 im beschaulichen Neu-Isenburg statt.

Der Saal ist bestuhlt, doch gute Sicht und ein schönes Klangerlebnis kann man hier genießen. Wie üblich haben sich FAUN wieder um ein thematisch passendes, schön gestaltetes Bühnenbild bemüht und die Setlist, welche einige Fans schon durch ein spezielles Fanpaket ergattern konnten, mit vielen neuen Songs, aber auch einigen Klassikern gespickt. Doch schwungvoll beginnt der Abend, wie angekündigt, mit „Rosenrot“ und „Iduna“. Und hier kommt dann auch direkt der erste versprochene Tourgast zum Einsatz –  Geiger Florian Janoske von der befreundeten Band VERSENGOLD. Die FAUNe scheinen ebenso gut gelaunt wie die Besucher zu sein und zeigen sich von ihrer besten Seite. Niel Mitra, der „Experte für experimentelle Klangforschung“ hüpft hinter seinem magischen Gerät auf und ab, Frontfrau Fiona Rüggeberg strahlt, als sei sie selbst besungene Göttin der ewigen Jugend, Oliver s. Tyr – seines Zeichens Meister der charmanten und lustigen Moderationen – begrüßt das Publikum und erklärt kurz den geplanten Verlauf des Abends, mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass der Saal zwar bestuhlt sei, eventuelle Tänzer aber nicht aufgehalten werden solange sie niemandem die Sicht nehmen gerne auch unbekleidet. Diese erscheinen dann tatsächlich im Laufe des Abends (natürlich bekleidet) und wiegen sich am Rand des Saals im Takt während der Rest immerhin kräftig mitsingt. Kurze Zeit später hatte auch der zweite Tourgast seinen ersten Auftritt: Magier und Kontaktjongleur Kelvin Kalvus, der zu den magischen Klängen seine Zauberkugeln wie Wassertropfen über seinen Körper tanzen lässt. Besonders gelungen sind heute wieder die zweistimmigen Gesangspassagen der beiden Sängerinnen. Laura Fella zeigt vor allem auch in den Höhen was sie kann. Zwischendurch berührt ihre Hand immer wieder sacht ihren Bauch. Hatte sie doch eröffnet, dass ihr in ein paar Wochen das magischste aller Abenteuer in dieser Welt bevorsteht. Wir freuen uns sehr mit ihr!

Eine entspannte Konzertpause von 20 Minuten wird sinnvoll für ein Getränk oder einen kleinen Einkaufsbummel am Merch-Stand genutzt, bevor der Abend in die musikalische zweite Runde geht. Teil 2 beginnt mit einem kurzen Märchen, solo vorgetragen von Frontmann Oliver. Der zweite Teil des Abends wird eher von Balladen geprägt, was aber Stephan Groth an der Drehleier und Percussionist Rüdiger Maul nicht davon abhielt, ihre Virtuosität an ihren Instrumenten zu demonstrieren. Ein mittelalterliches Instrument klingen zu lassen wie eine E-Gitarre schafft wahrlich nicht jeder. Kelvin Kalvus lässt ein weiteres Mal die Münder des Publikums offenstehen, als er mit seinen Zauberkugeln die Bühne betritt. Am Ende des zweiten Sets geht es dann auf zu einem Ausflug in die musikalische Vergangenheit und zu „Wind & Geige“ und „Rhiannon“ steigt die Stimmung nochmal auf ein Maximum. Klar, dass niemand die Band schon gehen lassen möchte und so jubelt und klatscht Neu-Isenburg die Musiker zu mehr als einer Zugabe hervor. Nach einem würdigen Abschluss entlässt die Band uns wieder auf den Heimweg in unsere Alltags-Welt und das was bleibt – wie immer nach einem FAUN-Konzert – ist der ein oder andere Ohrwurm, ein Lächeln im Gesicht und tief im Inneren die Gewissheit, dass wir doch alle noch irgendwie verbunden sind mit Märchen und Mythen, mit Göttern, den alten Kelten und der Anderwelt. Ein rundum gelungenes Konzert

 

Setlist:

Rosenrot

Iduna

Alba

Walpurgisnacht

Feuer

The Lily

Diese kalte Nacht

Pear

Holla

Der Steinmetz

Des Wassermanns Weib

Sieben Raben

Thalia

Odin

Seemann

Egil Saga

Wind und Geige

Rhiannon

Wiedersehen

Hagazussa

Die weiße Dame

 

Konzertbericht – Peter And The Test Tube Babies – Berlin – Quasimodo – 06.03.2020

 

(M.D./A.M.) Am vergangenen Wochenende machten wir uns für euch auf den Weg nach Berlin. „Peter And The Test Tube Babies“, eine der guten alten Punkbands der 70ger Jahre, feierten dort mit einem ausgiebigen Konzert die Release Party ihres neuen Albums.

 

Vor dem Konzert hatten wir noch die Möglichkeit mit dem neuen Drummer „Sam“ und dem frisch dazugestoßenen Bassisten „Nick“ ein Videointerview zu führen. Hier plauderten sie über ihre vorherige Musikerlaufbahn und das Leben in dieser doch sehr bemerkenswerten Band, die ein Stück Punkgeschichte darstellt… und und und. An dieser Stelle möchten wir uns ebenfalls bei Iris bedanken, die dies für uns und somit auch für euch ermöglicht hat….und bei Henry, der für die Bierflatrate zuständig war…hat geklappt!!!!

 

Einlass in das „Quasimodo“ war bereits einige Stunden vor Konzertbeginn. So ergab sich die Möglichkeit für die Fans sich ausgiebig auszutauschen. Das Publikum war teilweise wirklich weit gereist. Wer sich mit den Kumpels aus Schottland ins Flugzeug setzt, muss einfach ein echter Fan sein. Der Abend wurde durch John und Tony war der Knaller.

 

Und so wurde die Show von allen sehr genossen. Der restlos ausverkaufte Club lud zum Kuscheln und Tanzen auf engstem Raum ein. Die Jungs gaben wirklich alles und der Punk lebte in der gesamten Location…und es wurde der Poco zelebriert, dass die Hütte gewckelt hat. Musikalisch gab die Band alles, und gab dabei auch ordentlich Gas, so dass die Stimmung war bei jedem Song bombastisch war.

 

Und die Aufgabe  gegen den Durst der Fans zu kämpfen, hat das Team des Quasimodos gut gemeistert. So wurde sogar an die ersten Gäste Freibier ausgegeben. Und den gesamten Abend über floss das kühle Nass in Strömen. Und dies war bei der Hitze im Club auch mehr als nötig.

 

So oder so, es war ein toller Abend. Er wird garantiert jedem der da war im Gedächtnis bleiben. Eine einzigartige und mehr als gelungene CD-Release-Party. Die Jungs haben ihr neues Album, genauso wie die guten alten Stücke prima in Szene gesetzt. Und somit war dieses Konzert ein echtes Einzelstück. DANKE dafür!

Konzertbericht – Mister Misery – 2.3.2020 – Schlachthof Wiesbaden

 

(A.M.) Am Monatsanfang stand für uns als Auftakt ein Konzert im ehemaligen Schlachthof in Wiesbaden auf dem Plan. Die Schweden „Mister Misery“ waren auf Deutschlandtour. Und diesmal waren sie der Headliner und begeisterten in einem Duzend Hallen die Fans. Vor dem Konzert nahmen sich die Jungs noch Zeit für uns. Wir konnte ein Videointerview mit ihnen führen. Dies ist bereits auf unserem Youtube Kanal veröffentlicht. Wobei das Interview kein klassisches Interview ist. Die passende Beschreibung ist eher ein nettes Gespräch. Sie erzählten über ihre Entstehung, ihre Aufnahmen und die Produktion des Debutalbums, ihre Gigs, die Begeisterung ihrer Fans und und und.

 

Aber bevor „Mister Misery“ als Hauptact die Bühne betrat, gaben „Myosotis“ ihr bestes. Die „Modern Metalcore“ Band aus Hamburg war ganz kurzfristig als Support eingesprungen. „Myosotis“ ist der wissenschaftliche Name für „Vergissmeinnicht“. Und dies scheint auch das Motto der Jungs zu sein. Mit einer gesanglichen Doppelspitze legten sie direkt ordentlich los. Und Sänger Kilian erklomm sich die ganze Halle. Dies ist durchaus wortwörtlich gemeint. Er kletterte die Wände und Decken entlang und so gehörte der Band die gesamte Location. Musikalisch legten sie ein rund 30 minütiges Set mit ordentlich Kraft und Power hin.

 

Nach einer kleinen Umbaupause betraten dann die Headliner des Abends, „Mister Misery“ die Halle. Die gesamte Bühne entsprach ihren Infos aus dem Interview. Sie möchten nicht nur mit der Musik begeistern. Ihr Ziel ist ein Gesamtkonzept. Musik, Kostüme, Bühnendeko, alles soll zusammenpassen. Und was sollen wir sagen? Wir waren bzw. sind begeistert. Ob die Mäntel, Hemden oder Hosen, die bis ins Detail durchdachte Einzelstücke sind oder auch die Schminke. Die Jungs lieben allesamt Halloween. Und demnach kamen sie auch so aus der Maske. Die Bühne fügt sich genauso ein. Totenköpfe, Grabsteine, Laternen, alles gehört dazu. Und ebenso bezogen sie auch ihre Fans mit ein. Musikalisch war ihre Show ebenfalls bis ins Detail geplant und dennoch lief es nicht einfach irgendwie ab und am Publikum vorbei. Es war einfach ein rundum gelungener Gig.

 

Wir danken den Bands, dem Orgateam vor Ort und vor allem Iris, die dies in erster Linie organisiert hat.

Bülent Ceylan in Koblenz am 13.02.2020

 

3200 begeisterte Fans feierten am Donnerstag in der CGM Arena in Koblenz die neue Bühnenshow "Luschtobjekt" von Bülent Ceylan. Das zwölfte Programm des 44-jährigen Mannheimers war ungewöhnlich anders: Halb Comedy, halb Konzert.

 

Mit den Worten "habt ihr Lust", stürmte der "Monnemer Türk" Bülent Ceylan bekleidet mit schwarzer Lederjacke auf nackter Brust in Stripper-Manier die Bühne. Die Fans sprangen begeistert von ihren Sitzen. Immerhin hatte er als Vorbereitung zur Show, neben Sportprogramm, Körperbräunung und Enthaarung, extra acht Kilo abgenommen, um als Luschtobjekt vor allem die Erwartungen der weiblichen Fans zu erfüllen.

 

Dann startete er eine Exkursion in die Welt der Erotik. Die verschiedenen Arten der Lust erklärte Ceylan zunächst sehr anschaulich. So verband er den Begriff Wollust zum Beispiel mit dem Stricken, die Fleischeslust erklärte sich über Veganer, die von Fleisch träumen, und der Lustmolch gehörte seinen Recherchen nach zur Gattung der Schwanzlurche.

 

Was sicher auch kaum jemand bisher wusste, beim Höhepunkt stöhnen die Männer in verschiedenen Ländern unterschiedlich. So verkünden deutsche Männer nach 30 Sekunden, ich komme, während die Frau dann eher erwidert, ich gehe, oder aber polnische Männer: "Schon, schon", rufen und die Frauen vermutlich eher denken: "Endlich".

 

Das Thema Aufklärung sollte den Jugendlichen dann zeitgemäß erklärt werden, befand Bülent. Wenn man ein weibliches Smartphone mit dem männlichen Ladegerät verbinde, was nicht immer so einfach sei, da manchmal der Stecker des Ladegeräts zu groß oder zu klein sei, käme es aber letztendlich zu einem Energieaufbau, der Stunden dauern könne, wobei sich dann ein Balken bildet. Das hatten jetzt sicher alle verstanden.

 

Die bekannten Figuren aus den vorherigen Shows haben sich weiterentwickelt. So erlebte der Dauersingle Harald eine Midlife-Crisis. Die erklärte der Comedian so, dass Männer in dieser Zeit alles in Frage stellen. Hassan ist Vater von Zwillingen geworden. Ihn frustrierte daran am meisten, dass er nun einen Kombi fahren soll. Das gleiche Auto wie ein Bestatter.

 

Kult-Hausmeister Mompfred gab seiner Frau Waltraud zuliebe Integrationskurse und erklärte seinen Schülern die deutsche Mülltrennung, wo hingegen Anneliese sich ein zweites Standbein zulegen möchte mit einem Bestattungsinstitut. Slogan: "Mit Anneliese unter die Wiese." Mit Thor brachte Bülent Ceylan dann auch noch eine neue Figur auf die Bühne, eine Persiflage auf die Marvel-Superhelden.

 

Wie seine Figuren hat auch Bülent Ceylan sich weiterentwickelt. Neben Geschichten aus seiner Kindheit, gab er viele private Einblicke und Geschichten über seine Kinder preis. So wissen wir nun, dass er in einem Haus lebt, dessen Garten zumindest groß genug ist, um eine Taube zu beerdigen und dass er, als Privatmensch, Herzen in den Augen hat, wenn er seine Frau anschaut, so zumindest die Aussage seines Sohnes. Alles liebenswerte Anekdoten, die das Publikum aus dem Lachen nicht herauskommen ließen.

 

Dass er Opernsäger werden wollte, wurde zunächst belächelt, bis er kurz vor der Pause den Beweis antrat und stimmgewaltig Schuberts Winterreise anstimmte. Atemlose Stille im Raum, der bisher nicht einen Moment aufgehört hatte zu lachen. Ein echter Wow-Effekt. Im zweiten Teil wurde es dann rockiger.

 

Nach Ceylans Erfolg als weißer Metal-Engel bei der TV-Show "The Masked Singer" erlebten seine Fans ein Konzert im Rammstein Stil mit "Sweet Dreams (Are Made Of This)" und "Atemlos". Als Dank an sein Publikum offenbarte er, dass nicht er das "Luschtobjekt" sei, sondern seine Fans. Dazu gab es den eigenen Song im Heavy Metal Stil. Ruhiger wurde es dann beim Westernhagen-Hit "Freiheit", ehe mit "Nothing else matters" das Finale stieg. Dabei leuchtete der Saal im Glanz von hunderter Handylampen.

 

Bülent Ceylan präsentierte sich seinem Publikum wieder einmal ganz nah und individuell. Zum einen stellte seine Show eine fantastische Laola-Welle durch die komplette Arena auf die Beine, die sich sehen lassen, konnte. Doch das war noch nicht alles. Bülent liebt die Herausforderung und somit wurde diese Welle in Slow-Motion wiederholt. Das Publikum war begeistert.

 

Auch ging er wieder ganz individuell auf das Publikum ein. Die „Lach-Frau“ war ein sehr wiederkehrendes und wichtiges Thema. Ihre einzigartige Art zu lachen aus der linken Ecke, riss jeden mit ihrer guten Laune mit. Immer wieder wurde sie namentlich erwähnt. Auf die Frage, ob es denn hier auch pubertierende Jugendliche im Publikum gäbe, meldete sich „Niklas“….Bülent verstand jedoch „Hitler“ und das war dann natürlich der Brüller des Abends. Auch er war immer wieder Thema.

 

Auch hielt Bülent sein Versprechen, das er in der letzten Show in Lahnstein den Zu-Spät-Kommern gab. Leider kam es hier zu einem Missverständnis, denn diese Show wurde um eine Stunde vorverlegt, damit Bülent noch rechtzeitig zur Aufzeichnung der Helene Fischer Show kam. Leider erreichte diese Nachricht nicht jeden Zuschauer und so kamen manche eben quasi eine Stunde zu spät. Diese Gäste bekamen ein Gratis-Ticket für den Abend in Koblenz.

 

Bülent lässt sich den Mund nicht verbieten, das macht ihn auch so echt, so nah, so authentisch. Er bezieht Position gegen Rassismus und er steht für Freiheit, daher war ihm dieser Westernhagen-Song auch sehr wichtig. Er kritisiert Erdogan, Merkel und natürlich den Allerschlimmsten, wie er betont, Trump.

Das Publikum dankte ihm mit tosendem Beifall und mit Standing Ovations. Eine absolut fantastische und gelungene Show, die keiner verpassen sollte.

 

Text und Fotos: Alexandra Kersten-Spengler

 

 

Knock Out Festival 2019 - wie immer, und wie immer der Hammer

 

Das 12. KnockOut Festival ist um und es hat, wie immer seinem Namen alle Ehre bereitet. Mit 5000 Fans war das größte Indoor Metal Festival Deutschlands, wie schon in den Jahren zuvor ausverkauft. Kein Wunder bei der hochkarätigen Besetzung.  Neben dem Line-Up warten die Veranstalter in der Schwarzwaldhalle mit einer, wie immer, großartigen Organisation auf. Es gibt ein großes Catering und Biergartenbereich. Das Bier ist gut, das Essen bietet Abwechslung.  Da ich hier aber zum Arbeiten bin, stehe ich ständig wegen Wasser an. Rock'n'Roll ist irgendwie anders... Darüber hinaus steht den Metalheads ein wirklich großer Merch-Bereich offen. Bernhard Weiss moderiert nicht nur die Show, sondern ist auch mit seiner Band dabei. Dazu später mehr.

 

Eröffnet wird die Show von den deutsch-italienischen Hardrockern und Melodic-Metallern The Unity. Gegründet wurde The Unity von den Gamma Ray-Mitglieder Henjo Richter und Michael Ehrè . Melodischer Metal und Hard Rock mit orchestralen Einlagen harmonieren super mit dem Bühnenlicht. The Unity sind definitiv mehr als der Opener - das rockt.

 

Als zweite Band des Abends betreten Hardline die Bühne. von der Ur-Besetzung ist nur noch Johnny Gioeli, den man von AXEL RUDI PELL kennt am Start, aber das tut der Sache keinen Abbruch. Solider Hardrock schallt durch die Schwarzwaldhalle. Mir hat es die Bassistin Anna Portalupi angetan, die schon seit 2013 für Hardline am Werk ist.

 

Dann betreten die Grabräuber um Chris Boltendahl und Co. die Bühne.  Unter dem Banner ‚True German Heavy Metal‘ fliegen Haare, Köpfe und die Nackenmuskulatur wird ordentlich beansprucht. Grave Digger, die Jungs aus Gladbeck, rocken seit fast 40 Jahren nun schon die Bühnen. Auf dem Plakat des Knock-Out zuletzt 2011, wenn ich mich recht entsinne.  Ein Meilenstein der deutschen Metalszene.

 

Wie schon angekündigt war diesmal nicht nur Bernhard Weiss himself für die Moderation in Karlsruhe. AXXIS, eine weitere Band aus meiner Jugend, stürmen in gewohnter Manier die Bühne. Zuletzt habe ich die Jungs beim Rhön Rock Festival im Sommer gesehn. AXXIS tun was sie am besten können - mit einem Mix aus Hardrock und Power Metal feiern sie mit uns ihr 30 jährigens Jubiläum.

 

Es wird dunkel. Es wird hell. Es wird laut. Das Battlebeast steht vor einer brodelnden Halle. Die Band um Frontfrau Noora Louhimo, die 2012 zur Band gestoßen ist, gibt mächtig Gas. Die Finnen, die seit einigen Jahren auch als Headliner unterwegs sind bringen die Halle in Wallung.  Das Outfit, die Hörner und der Gesang einer nordischen Göttin lassen mich im Graben ehrfürchtig werden.

 

Der unangefochtene Headliner dieses Abends ist aber Tobias Sammets Avantasia. Orchestral, melodisch, mal schnell mal langsam, opernhaft und episch. Avantasia ist das opulente Happening des Symphonic-Metal. Mit im Gepäck die Moonglow-Tour und einige ältere Songs, die allesamt dazu führen, dass das KnockOut 2019 nicht nur ein Heavy-Metal sondern auch ein Happy-Metal Festival war.

 

Am Ende bleiben zerwühlte Haare, verschwitzte Klamotten, Bierflecken auf der Hose und durch und durch erschöpfte, aber glückliche Gesichter und ein nüchterner Fotograf - so geht Rock'n'Roll!

 

Interview zum Musical - „DAS IST WAHNSINN!“

Das Musical mit den Hits von Wolfgang Petry geht 2020 raus aus den Theatern, rein in die Hallen und Arenen!

 

Wir durften Enrico de Pieri (Peter) und Vera Bolton (Sabine) am 30. Januar 2020 in Mannheim in der großartigen Location der WHISTLE Sportsbar interviewen:

 

Kersten-Spengler:  Aus den Theatern in die Hallen und Arenen…Was erwartet die Zuschauer?  Gibt es Abweichungen zu den bisherigen Handlungen, Bühne oder Sound?

 

Enrico di Pieri:  Das ist schwierig für uns zu sagen, weil die Proben noch nicht begonnen haben. Die genauen Änderungen wissen wir so noch nicht. Wir waren schon immer so eine Art Hybrid zwischen Musical und Konzert. Es gibt viele Konzertsituationen, unser Aufbau ist sehr konzertant, sieht aus wie eine Konzertbühne, die wir haben und ich glaube dieses Konzertfeeling wird noch verstärkt alleine durch die Atmosphäre und die Menschen, die die Hallen füllen und es müssen natürlich Anpassungen gemacht werden, das auch die Menschen, die hinten auf den Plätzen sitzen, auf ihre Kosten kommen. Dafür wird gesorgt werden.

 

Vera Bolton: Und ich hoffe natürlich, dass der Chor aus Zuschauern, der dann mitsingt, umso größer und überwältigender wird. Es ist für uns auch sehr interessant und sehr spannend wie das jetzt auf diese nächste Ebene gehoben wird. Das Publikum wird es mit uns zusammen erleben.

 

Es gibt schon Teile, dadurch, dass wir ja jeden Tag in einer anderen Stadt spielen, und es gab ja diese LKW-Teile, die sind teilweise zu schwer, um sie von Halle zu Halle in kürzester Zeit zu transportieren, da wird es schon Veränderungen geben, da sind wir auch selbst sehr gespannt, was es da dann für coole Lösungen geben wird. Der Sound ist natürlich dann angepasst an die Hallengröße, es wird dann natürlich noch mal mehr abgehen, aber das hat`s bisher auch schon.

 

 

Kersten-Spengler: Wann beginnen die finalen Proben?

 

Vera Bolton: Wir fangen im März an zu proben, erst mal auf Probebühnen, so dass erst mal die Choreographien, Szenen geübt werden können. Richtig im Bühnenbild üben wir dann in Hof, eine Woche lang Anfang April und am 7.April wird die Premiere in Hof stattfinden.

 

Kersten-Spengler: Enrico…du bringst ein wahnsinnig breites Spektrum an Musicalerfahrungen mit, aber auch als Gesangscoach bei z.B. die drei Muskeltiere, Tanz der Vampire, Elisabeth, Ich will Spaß, kein Pardon, Addams Family.

Was fasziniert dich gerade so an der Rolle des Peter?

 

Enrico di Pieri: Oftmals ist es im Musical so, dass du Charaktere aus einer bestehenden Geschichte spielst oder geschichtliche Charaktere, Phantasiefiguren, und das normale Leben, wie wir das abbilden, wo sich der Zuschauer drin wieder findet, das gibt es nicht so oft, d.h. einen normalen Menschen zu spielen, mit dem sich viele identifizieren können, das ist auch eine Herausforderung, ist mal was erfrischend anderes. Mal nicht eine dreiviertel Stunde in der Maske zu sitzen, um sich in einer bestimmten Farbe anzumalen, sondern einfach so aussieht, wie man aussieht, kein Kostüm hat , was einen verkörpert, sondern in ganz normalen Klamotten, wie wir hier sitzen, natürlich haben wir Kostüme an, die aber ähnlich sind mit Klamotten, die wir auch privat tragen, trotzdem es schaffen einen Charakter abzubilden, der ganz klar ist für die Menschen und trotzdem zu ihnen gehört.

 

 

Kersten-Spengler: Siehst Du hier auch persönliche Parallelen zu Dir?

 

Enrico di Pieri: Ich glaube das leicht verpeilte, das ist bei mir auch schon wirklich.

 

Vera Bolton: Aber den LKW, den hat er nicht zuhause im Hof.

 

Enrico die Pieri: Aber ich fahre ganz gut Auto. Bin aber nicht so aufbrausend und ich glaube, ich wäre nicht der Mensch, der den 20. Hochzeitstag vergessen würde, das glaube ich nicht, das mir das passieren würde. Ich bin jetzt noch nicht in der Lage gewesen, aber ich glaube das unterscheidet uns. Aber das man mal ein bisschen so neben der Spur ist, in seiner Welt manchmal so ein bisschen verloren geht, das kenne ich schon durchaus auch.

 

Kersten-Spengler: Wie sind deine Pläne außerhalb von „Wahnsinn“?

 

Enrico di Pieri: Ich bin parallel tatsächlich auch mit Disney in Concert unterwegs, während unserer Probenzeit, das wird ein ganz schöner Spagat, das sind auch 12 Konzerte in 14 Tagen, das wird auch richtig knackig mit Nightlinern.

 

Kersten-Spengler: Hattest Du vor Wahnsinn einen persönlichen Bezug zu Wolfgang Petrys Musik?

 

Enrico di Pieri: Ich bin ja Norddeutscher, wir feiern kein Karneval und ich war jetzt auch auf keinen Scheunenfeten unterwegs. Ich kannte Lieder, aber ich hatte zuvor keine Berührungspunkte und musste mich wirklich schon ganz schön mit beschäftigen, um zu wissen, was ist das eigentlich. Denn wenn man da nur das Lied „Wahnsinn“ kennt, es gibt da schon viele andere Fassaden, die es da zu entdecken gibt. Ich habe einige Live-Alben gehört, um zu entdecken, was macht die Faszination aus, um auch den Charme zu entdecken.

 

Kersten-Spengler: Nun zu Dir, Vera, Du spielst die Sabine an Peters Seite. Auch Du bringst eine ganze Liste an Titel mit:  West Side Story, Les Miserables, Der Glöckner von Notre Dame, We will rock you.. um nur wenige zu nennen.

Nun die Rolle der Sabine an Peters Seite. Sabine wartet, bis Peter nach langer Tour nach Hause kommt, bis sie selbst auf Tour geht. Findest Du hier persönliche Parallelelen zu Dir zu Deinem Leben?

 

Vera Bolton: Natürlich ist Sabine eine Frau in den 40igern, so wie ich auch und klar, sind dann da Parallelen da, weil ich sie so angehe, mit dem was ich mitbringe. Aber grundsätzlich glaube ich, bin ich mehr eine Macherin als Sabine. Obwohl Sabine ja und vielleicht ist es ja gerade da gut, dass ich ihr meinen Charakter leihe, in dem Moment, wo das Stück los geht sage: „ich hab`s jetzt satt“ „ich hau jetzt auf den Tisch“, „ich will das so nicht mehr. Ich möchte mit meinem Mann zusammen Zeit verbringen oder ich gehe meinen Weg alleine“. „So, wie es jetzt ist, dass er immer unterwegs ist und ich hier warten soll, da will ich dann nicht mehr“. Vielleicht habe ich ja sogar Sabine ein bisschen Vera geliehen, um diesen Schritt zu gehen.

 

Kersten-Spengler: Wie schöpfst Du für Dich Kraft, in den „heißen Tourphasen“ das alles durchzuhalten?

 

Enrico di Pieri: Ich glaube das es wichtig ist, einen guten Mix zu finden zwischen Disziplin und Freude. Das man Freude miteinander hat, aber dass man trotzdem weiß, jetzt ist der Zeitpunkt zum Schlafen gehen, damit ich auch meine acht Stunden Schlaf bekomme und das ich zur richtigen Zeit esse und dass ich es schaffe, meinen Sport zu integrieren und man nicht nur rumsitzt und an den Raststätten einen Burger isst. Es ist eine extreme Zeit, man muss seine Kräfte zusammenhalten, um die zu regenerieren hilft es, das man Freude miteinander hat.

 

Kersten-Spengler: Gibt s eine Message, die Sabine dem Publikum geben möchte?

 

Vera Bolton: Naja, das was du tun willst, tu`s jetzt, denn worauf willst du warten. Noch mal 20 Jahre zuhause warten, bis dein Mann endlich Zeit hat, die Reisen mit dir zusammen zu unternehmen, die du unternehmen möchtest…NEE!!! Sag ihm jetzt, dass du es machen willst und dann mach`s mit ihm gemeinsam, weil sonst entfernt man sich auch immer mehr. Ich glaube, dass bei der Rolle einige Frauen denken: „Ja, stimmt, so hab ich mich auch schon mal gefühlt“ oder „Mensch, wie doof, das der die da jetzt sitzen lässt“ und man kann verstehen, warum sie sauer ist. Man denkt auf der anderen Seite auch, wenn man es von außen sieht, „aber der ist doch so nett und so lieb, verzeih` ihm doch. Aber auf der anderen Seite glaube ich, dass viele Frauen denken „ja genau, jetzt soll er mal sehen, jetzt muss er sie auch mal wahrnehmen und jetzt muss er auch mal zeigen, dass er sie wirklich auch mit ihr zusammen sein muss und nicht einfach nur irgendwie alles so mitnimmt, weil man es eben so macht.

 

Kersten-Spengler: Was fasziniert dich so an diesem Musical?

 

Vera Bolton: Ja, eigentlich, ähnlich wie Enrico, die Ehrlichkeit der Situation der Geschichten, die erzählt werden. Jeder kann sich irgendwo wiederfinden, es gibt so viele verschiedene Charaktere und irgendwo findet sich jeder bestätigt oder kann sich damit identifizieren. Ich habe ganz schnell vergessen, dass es Wolfgang Petry Musik ist, weil Sachen, die ich singe, sind eher unbekanntere Lieder da war es für mich gar keine Thema mehr, sondern die Lieder, die Sabine in dieser Situation singt. Ich genieße im Finale, wenn das Publikum aufsteht, aus voller Leidenschaft mitsingt, Tränen in den Augen hat und einfach ihren Wolfgang, und damit auch uns, feiern. Es ist eine tolle Stimmung und das habe ich ehrlich gesagt so vorher nicht erwartet. Ich musste da auch erst abgeholt und mitgenommen werden. Wie viele Zuschauer sicher auch. Zu Beginn waren sicher viele Wolfgang Petry Fans im Publikum, aber mittlerweile gibt es auch viele Musical-Fans, die zunächst überlegten „soll ich mir diese Art von Musik geben“, sich dann aber reingewagt haben und dann sagten „Mensch, das ist wirklich ein tolles Musical und ich bin froh, dass ich es gesehen habe und ich schaue es mir auch noch mal an“. Man sollte keine Berührungsängste haben.

 

Kersten-Spengler:  Was wünschst Du Dir für die bevorstehende Zeit auf Eurer Tour durch die Hallen und Arenen?

 

Vera Bolton: Ich wünsche mir eigentlich, das diese Mischung aus Theaterabend und Musikevent, so wie es bisher war, auch in dieser großen Arenazeit bestehen bleibt. Also das die Leute, trotz der Größe der Hallen diese Spielszenen sich trotzdem darauf einlassen und die Musik on the top feiern können. Das diese Mischung, wie es bisher war, schön aufgeht. Das wünsche ich mir.

 

Kersten-Spengler: Ich wünsche euch ganz viel Erfolg und freue mich, euch persönlich in der Halle erleben zu dürfen.